Keine Pappkoffer und keine Schnur, sondern eine Mandoline und ein Marshall-Verstärker im Zug aus dem Süden.


Raffaele Eliseo Quarta, Gitarrist, Mandolinist und Komponist, beruflich bekannt als Raffaele Daniele Quarta zu Ehren von Pino Daniele, wurde 1978 in Stuttgart in eine italienische Familie geboren, deren Staatsangehörigkeit er bis heute beibehalten hat.

Seine Eltern, Silvana und Danilo, ein musikbegeistertes Paar, das bis zum Tod ihres Vaters selbst musikalisch aktiv war, brachten diese Kunst ins Elternhaus. Auch der Bruder Claudio, Gitarrist der erfolgreichen Band Haggard, gehört zur Familie.

Schon mit zwei Jahren sang Raffaele in der gelb-schwarzen Straßenbahn, sogar beim Bauen von Lego-Burgen.

Mit acht Jahren zog die Familie Quarta nach Sizilien, und er trat vor etwa tausend Menschen mit dem Lied „Un Nuovo Amore“ von Eros Ramazzotti auf, geleitet von seinem Vater. Die Wahl des Titels war kein Zufall.


Das junge Wunderkind gewann mehrere lokale Gesangswettbewerbe, darunter Radio- und Fernsehwettbewerbe, und wurde sowohl von Rita Pavone in Rom als auch von Augusto Martelli zu Mediaset in Mailand eingeladen. Er nahm außerdem mit 10 Jahren an einer Tournee durch die USA und Kanada teil, kurz bevor er Gitarrenunterricht nahm. Dann, mit 13, kam die Liebe auf den ersten Blick: Er entdeckte den Film über Ritchie Valens, der ihn dazu inspirierte, sich ernsthaft der Gitarre zu widmen.

Er begann zu studieren, vernachlässigte Fußball, Sport, Motorräder, sein normales Leben und die Schule und suchte nach Bands, mit denen er spielen konnte. Die Suche nach Mitstreitern gestaltete sich schwierig, da er zu dieser Zeit in einem kleinen Bauerndorf lebte und kein grosses (musikalisches) soziales Umfeld hatte, und weil Raffaele bereits – wenn auch noch in einem frühen und experimentellen Stadium –sehr ungewöhnliche musikalische Ideen hatte. Er schaffte es, am örtlichen Konservatorium aufgenommen zu werden, wurde aber nach fünf Jahren, 1996, aufgrund seines sehr individuellen Musikverständnisses, der ineffektiven pädagogischen Methoden eines Professors und eines schweren Mobbingvorfalls an der Buchhaltungsschule – einer Episode, die sich rückblickend als sein wahrer Tiefpunkt erwies – exmatrikuliert. Erfahrungen, die er später zum Guten wenden sollte. 1994 begann er außerdem, die Welt der Mandoline zu entdecken. 1996 beschloss er, sein autodidaktisches Lernen zu intensivieren und übte zeitweise bis zu zwölf Stunden täglich. Anschließend produzierte er sein erstes Album auf Kassette. Sein Vater stand ihm dabei stets zur Seite, erklärte ihm geduldig und engagiert alles, gab ihm wertvolle Tipps und musikalische Weisheiten, die ihm bis heute als wahrer Schatz dienen. 1997 tourte er durch Luxemburg und entdeckte Europa mit seinen Möglichketen und Reizen.

1999 verliebte Raffaele sich, und die ganze Familie wanderte nach Bayern aus: - Keine Pappkoffer und keine Schnur, sondern eine Mandoline und ein Marshall-Verstärker am Fußende des Zugbetts - 1800 Kilometer von Sizilien nach Bayern, einfache Fahrt. Im Jahr 2000 wurde er Vater.

Er produzierte weiterhin mit seinem Mehrspur-Kassettenrekorder eigene Kompositionen und wurde 2001 Mitglied der GEMA, um seine Rechte schützen zu lassen

Aus familiären Gründen legte er eine Bühnenpause ein, arbeitete eine Zeit lang in einer Tischlerei, absolvierte einen Elektronikkurs, den er mit Bravour abschloss, und komponierte weiter – inmitten von Staubsaugern und ungeduldigen Nachbarn.

2007 bestand Raffaele die Aufnahmeprüfung als Lehrer für eine Musikschule und tauchte so in die pulsierende Münchner Musikszene ein. Er nahm an lokalen Jam-Sessions teil und übernahm verschiedene Rollen, unter anderem bei der legendären Band Embryo und als Mandolinist bei den Musikprojekten des Schauspielers Heiner Lauterbach.


Ermutigt durch seine neuen Kontakte, die ihm deutlich besser gefielen als in Sizilien, gründete Raffaele 2011 die Popa Raff Band.

Mit der Band produzierte er 2015 das Album „Quale Radio“, 2018 das hochgelobte „Iside Dea Luna“ und benannten 2020 benannte sich die Formation in Raffaele Quarta Band um.

Zu weiteren bemerkenswerten Projekten zählten Laut Zäppelin, eine Hommage an Led Zeppelin, und ein Auftritt im Münchner Olympiastadion mit dem Sinfonietta-Orchester unter der Leitung von Maestro Hartmut Zoebeley und Tassilo Probst an der Violine.


Ein Projekt, an das Raffaele besonders glaubte, war FREIHEIT, ein Rockexperiment mit deutschen Texten des Dichters Jürgen Scheffler.

2023 verstarb sein Vater, und gemeinsam mit seinem Cousin Giovanni Paolo Liotta entwickelte er ihm zu Ehren ein Projekt mit Gitarre und Mandoline, das Verbindungen zwischen Sizilien, Deutschland und Spanien herstellte.


Es folgten zwei hochkarätige Produktionen, „Sogni viola“ und „Cioccolata“, aufgenommen in den renommierten Downhill Studios.

Letztere markierte den Abschied des langjährigen Bassisten Jörg Borchardt nach 13 Jahren treuer Dienste in der Band. Falke Borzinni stieß als Bassist und Basia Black als Backgroundsängerin hinzu. Die Band trat bisher drei Mal auf dem Tollwood Festival auf und spielte im Sommer 2025 ein spektakuläres Konzert beim Theatron Festival im Münchner Olympiapark.

Zum Glück wurde dieses Konzert mitgeschnitten und 2026 endlich in Kooperation mit Soulsister Music Publishing veröffentlicht.

Bei diesem Konzert wirkten Schlagzeuger Wolfgang Peyerl, seit 2023 festes Mitglied, der junge Student Mert Demiraslan aus der Türkei, als Background-Sängerinnen Diana und Vanessa sowie Raffaeles Mutter Silvana und sein Bruder Claudio an der E-Gitarre mit. Sie spielten das Lied „Raffaello Il Menestrello“, eine mittelalterliche Geschichte, die an die Musiker jener Zeit erinnert, die an den Hof von Burgen berufen wurden, um zu musizieren.

„Es sind immer die Burgen, die faszinieren: als Kind aus Lego gebaut, später mit Klängen aus Gold gesponnen“


Im September 2025 gründete Raffaele zusammen mit seinem Weggefährten Falke Borzinni, Ulli Linzen und Mike Thorne die Progressive-Rock-Band Metathron Space Orchestra, eine Band, die noch viel von sich hören lassen wird.